Dioxinskandal: Lebensmittelsicherheit im Kreis Borken garantieren
Die Fraktion von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN des Kreistages Borken bittet um die Beantwortung folgender Fragen:
- Welcher Behörde/Abteilung im Kreisgebiet Borken obliegt die Verantwortung für die Überprüfung der Lebens- und Futtermittelsicherheit?
- Wieviel Kontrollen wurden aktuell in Futtermittelbetrieben auf Dioxin in Futtermitteln durchgeführt, wie wurden die Kontrollen durchgeführt?
- Wie viele Kontrollen wurden auf den Schadstoff Dioxin in dem Lebensmittel Fleisch durchgeführt?
- Wie sahen die Ergebnisse der Untersuchungen aus?
- Wieviele Höfe mussten gesperrt werden?
- Gibt es im Kreis Borken genügend Kontrollen und Kontrolleure, angesichts des sich ausweitenden Dioxinskandals?
- Wie hoch ist der daraus resultierende finanzielle Bedarf für Vorsorge-Maßnahmen in Bezug auf eine höhere Kontrolldichte und Maßnahmen zur Senkung der Dioxinbelastung?
- Werden die Daten und Erkenntnisse des gegenwärtigen Dioxin-Skandals auch für das Kreisgebiet Borken hinsichtlich einer Klärung der örtlichen Situation genutzt?
- Welche Maßnahmen wurden schon und werden noch zur Information und zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger bezüglich dieser Sachverhalte ergriffen?
- Welche kommunalen Maßnahmen wurden bereits eingeleiteten und ergriffen, um eine Verminderung der Dioxinbelastung zu erreichen?
- In welchem Zeitraum könnte das umgesetzt werden?
- Welche generellen Aussagen lassen sich anhand des bereits vorhanden und des aktuellen Datenmaterials bezüglich der gesamten Dioxinbelastung im Kreisgebietes Borken machen?
- Worin bestehen nun die konkreten inhaltlichen Schritte bezüglich des weiteren Vorgehens der zuständigen Stellen?
- Wie kann sich der Kreis Borken an der Umsetzung des aktuellen 10 Punkte-Aktionsplanes des Landwirtsministeriums NRW beteiligen?
Begründung:
Vom 11.11.-16.12.2010 wurden 7 Partien á 25 Tonnen dioxionbelastete, technische Mischfette des Borkener Biodieselherstellers Petrotec an den Futterfetthersteller Harles&Jentzsch geliefert. Daraus wurden 3000 t Futterfett von 25 Unternehmen in den Bundesländern Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen Anhalt in 30 000 bis 150 000 Tonnen Mischfutter für Legehennen, Mastgeflügel und Schweine eingemischt, das an über tausend landwirtschaftliche Unternehmen geliefert wurde. Zwischenzeitlich waren bundesweit 4709 Betriebe gesperrt, davon sind 3000 inzwischen wieder freigegeben. Der erhöhte Dioxingehalt wurde erstmals am 23.12.2010 bei einer quartalsmäßig stattfindenden Probe festgestellt. Allerdings sollen schon seit März 2010 auffällige Werte bei Eigenkontrollen gefunden, aber nicht gemeldet worden sein.
Der Grenzwert für Dioxin in Eiern, Milch und Rinderfleisch beträgt 3 pg/g Fett (WHO-PCDD/F-TEQ), für Hühnerfleisch 2 pg/g und für Schweinefleisch 1 pg/g Fett laut EG-Verordnung 1881/2006. Untersuchungsergebnisse von Eiern und Fleisch der betroffenen Betriebe zeigen erhöhte Dioxingehalte und in Einzelfällen Überschreitungen bis zum Vierfachen des Grenzwertes auf. (In NRW wurden z.B. in 4 Proben von 6,62 – bis zu 12,14 pg/g Fett gefunden.)
Dioxin gilt als krebsauslösend und erbgutverändernd. Akute Vergiftungen mit der Folge von Chloraknen sind bei kurzfristigem Verzehr belasteter Eier selten. Bedenklich ist eher, dass Dioxin sich im Fettgewebe anreichert und nur sehr langsam abgebaut wird. Die normale Hintergrundbelastung in der Umwelt ist bereits hoch. Daher sollte die langfristige Belastung mit Dioxin laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) so gering wie möglich gehalten werden. Grenzwertüberschreitungen sind deshalb nicht hinnehmbar.
Die Nachweise über erhöhte Werte an Dioxin in Eiern, Fleisch und anderen Lebensmitteln sind alarmierend. 270 landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen sind unmittelbar betroffen und etwa 140 weiterhin gesperrt. Es ist davon auszugehen, dass allen betroffenen Betrieben große wirtschaftliche Schäden drohen. Obendrein sind die Bürgerinnen und Bürger des Kreises Borken verunsichert.
Anfrage zur Probebohrung der Firma Exxon Mobil
Probebohrung der Firma Exxon Mobil nach unkonventionellem Gas
Sehr geehrter Dr. Zwicker,
ich bitte darum, in der kommenden Sitzung des Ausschusses für Umwelt die folgenden Fragen zur Probebohrung der Firma Exxon Mobil zu beantworten:
- Liegen der Kreisverwaltung Informationen zu Probebohrungen der Firma Exxon Mobil im Raum Borken vor, welches sind diese?
- Welche Anträge bzw. Genehmigungen bezüglich des Wasserrechtes liegen hier vor?
- Sieht die Kreisverwaltung mögliche Gefährdungen des Grundwassers durch die Erdgasbohrungen? Wie wird das Abwasser entsorgt, das während der Probebohrung entsteht?
Mit freundlichen Grüßen
Maja Saatkamp
Kreistagsabgeordnete
