Grüne suchen Unterstützung gegen Atommülltransporte
Kreis Borken. Die Grünen befürchten, dass bereits im März nächsten Jahres 300 000 Brennelemente-Kugeln oder 152 Castor-Behälter aus dem stillgelegten Forschungsreaktor Jülich ins Brennelemente-Zwischenlager Ahaus kommen. Die Genehmigung für die Lagerung der radioaktiven Kugeln, die noch aus der Arbeit des 1988 abgeschalteten Forschungsreaktors Jülich stammen, läuft dort im Juni 2013 ab. Gleichzeitig fragen die Grünen sich, wie lange die Brennelemente in Ahaus gelagert werden sollen, nachdem die Betreiber des BZA in der Sondersitzung des Kreistags am 1. März zu den Katastrophenschutzplänen für das BZA und die Urananreicherungsanlage in Gronau erklärten, dass man in Ahaus bereit und in der Lage sei, Atommüll auch über den bislang festgelegten Zeitrahmen hinaus zu lagern.
„Ahaus droht vor dem Hintergrund der ungelösten Endlagerproblematik zum Atomparkplatz der Republik zu werden“, fürchtet Gertrud Welper, stellvertretende Landrätin und Vorsitzende der Grünen im Kreis Borken. Um gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ die aktuellen Entwicklungen zu besprechen, haben die Grünen sich mit Rebecca Harms, Vorsitzende der Grünen Fraktion im Europäischen Parlament, kurzfristig prominente Unterstützung in den Kreis geholt. Um 16 Uhr treffen sich die Grünen und die BI daher heute in Ahaus zu einem Gespräch. Rebecca Harms will sich im An-schluss auch noch bei einem Ortstermin ein Bild von dem Zwischenlager machen.
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Rebecca Harm ein politisches Schwergewicht in die Region bekom-men, um in der wieder aufflammenden Debatte um die Wiederaufnahme von Castortransporten ins Zwi-schenlager Ahaus Unterstützung zu erhalten“, sagt Welper. Gleichzeitig erneuerte die Vizelandrätin ihre Forderung, die Notfallpläne für mögliche Unfälle in Gronau und Ahaus zu aktualisieren. „Der jüngste Zwischenfall in Gronau hat gezeigt, dass es hier ganz ohne Zweifel Optimierungsbedarf gibt“, erklärte die Grüne. Die Sondersitzung des Kreistages habe ergeben, dass vor allem bei Transporten nach Ahaus eine Voralarmierung der Krankenhäuser entlang der Transportstrecke unterbleibe. Ebenso wenig trügen die Notfallpläne den geänderten Einlagerungsbedingungen in Ahaus nach der im letzten Jahr erweiterten Betriebsgenehmigung Rechnung.