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Zahnuntersuchungen: Grüne wollen Regelfall statt Modellversuch

„Ein wenig unsinng“, findet Helga Gliem das, was die Kreisverwaltung zu den zahnärztlichen Reihenuntersuchungen in den Kindertagesstätten im Kreisgebiet nun vorschlägt. „Einen Modellversuch für etwas zu machen, was jahrelang gelebte Praxis im Westmünsterland war, ist schon vom Wortsinn her ein Witz“, empört sich die Grüne, die sich bereits im Frühjahr dafür stark gemacht hatte, die Untersuchungen in allen Kindergärten des Kreises fortzusetzen.

Gleichzeitig zeigen sich die Grünen auch über die SPD-Kreistagsfraktion verwundert, die jüngst von der Kreisverwaltung „mehr Zahlenmaterial zu den Vorsorgeuntersuchungen“ gefordert hat. Etwa 38% der Erstklässler kreisweit haben bereits ein sanierungsbedürftiges Gebiss. „Zahlen, die bereits im Frühjahr bekannt waren und vor deren Hintergrund auch die SPD kein Problem hatte, gemeinsam mit CDU und FDP die Untersuchungen in den Kindergärten auszusetzen“, sagt Gliem. Dass auch die Kreisverwaltung anerkennt, dass dies „als zumindest unbefriedigend und optimierungsbedürftig anzusehen ist“, werten die Grünen als ersten Erfolg für ihre Position, schnellstmöglich kreisweit zu den Untersuchungen zurückzukehren.

In diesem Zusammenhang verweist Gliem auch auf den Bundestagsabgeordneten und örtlichen CDU-Kreisvorsitzenden Jens Spahn, der ebenfalls dem Kreistag angehört. „Als Gesundheitsexperte weiß Jens Spahn darum, dass gute Gesundheitspolitik Geld kostet, ein Umstand, den er gerne in Talkshows betont und dem die CDU auch vor Ort Rechnung tragen muss“, sagt die Grüne. Die Grüne Kreistagsfraktion legt daher dem Jugendhilfeausschuss des Kreistags einen Antrag zur Abstimmung vor, statt des von Landrat und Verwaltung vorgeschlagenen Modellversuchs gleich zu Vorsorgeuntersuchungen in allen Kindertagesstätten zurückzukehren. „Dann haben Rote und Schwarze Gelegenheit, ihren Worten Taten folgen zu lassen“, sagt Gliem dazu.

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