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Klimaschutz und Energie

1 Im Umweltbereich arbeiten bereits heute mehr Menschen als in der Atom- oder Kohleindustrie zusammen und auch im Kreisgebiet bietet diese Branche beispielsweise in Bocholt, Vreden und Heek vielen Menschen einen interessanten, sicheren Arbeitsplatz. Hier gilt es weiterzumachen.

Die Möglichkeiten, die in der Förderung und Ansiedlung von Unternehmen zukunftsfähiger Technologie für neue, sichere Arbeitsplätze liegen, werden von allen anderen Parteien im Kreis Borken bisher weitgehend vernachlässigt. Wir hingegen setzen uns seit Jahren engagiert für einen Wandel in der Energiepolitik des Kreises ein. Biomasse, Solarthermie, Windkraft, Geothermie und Brennstoffzelle, wir fordern ernsthafte Anstrengungen, diese Potenziale endlich für den Kreis Borken zu erschließen und die Chancen für unsere Wirtschaft zu nutzen. Es ist an der Zeit, sich auch der regional verfügbaren und im Überfluss vorhandenen Brennstoffe zu bedienen und diese mit modernster, umweltfreundlicher Technik einzusetzen.

Alle Klimaschutzstrategien gehen von einer erheblichen Steigerung des Anteils der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) an der Strom- und Wärmeproduktion in den kommenden Jahren aus. Die Erschließung dieser Potenziale ist jedoch kein Selbstläufer, sondern bedarf vor allem eines engagierten Einsatzes in den einzelnen Kommunen. Hierfür wollen wir uns mit Nachdruck einsetzen und Hemmnisse für einen KWK-Ausbau beseitigen. Dazu gehört auch der verstärkte Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen.

Wir wollen, dass das Westmünsterland eine energieautonome Region wird, die ihre Energie zu 100% aus erneuerbaren Quellen deckt und damit die regionalen Wirtschaftskreisläufe stärkt. Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die gleichzeitige Erzeugung und Nutzung von Strom und Wärme. Das ermöglicht Gesamt-Wirkungsgrade von bis zu 90%. Demgegenüber erreicht das „modernste Braunkohlekraftwerk der Welt" (Eigenwerbung RWE), das derzeit in Neurath bei Grevenbroich errichtet wird und in dem nur Strom erzeugt werden soll, gerade einmal einen Wirkungsgrad von 43%. Das heißt, es gehen 57% der Energie als Abwärme nutzlos verloren.

Die sauberste und billigste Energie ist natürlich immer noch die Energie, die gar nicht erst verbraucht wird. Da sehr viel Energie beim Heizen schlecht gedämmter Häuser und durch falschen Umgang mit Energie verpulvert wird, öffnet sich hier ein breites Handlungsfeld für Energiesparmaßnahmen. Das Gebäudemanagement der des Kreises Borken ist hierfür schon verbessert worden und Energiebilanzen von Gebäuden werden nun erfasst und optimiert. Wir wollen, dass der Kreis mit gutem Beispiel vorangeht und seine eigenen Liegenschaften nachrüstet. Außerdem wollen wir Anreize schaffen, dass HauseigentümerInnen ebenfalls in ihre Immobilien investieren und diese energetisch sanieren. Dafür brauchen wir konkrete Beratungsangebote, die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen. Hier wirkt Ökologie auch als nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor, denn es ist die regionale Handwerkerschaft, die diese Sanierungsmaßnahmen umsetzt.

Die Nutzung von Sonnenenergie, in Form von Wärme oder Strom, muss massiv ausgebaut werden. Die Errichtung von Photovoltaikanlagen wird über das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG gefördert. Nun gibt es sicher Leute, die gerne eine solche Anlage errichten möchten, aber keine geeignete Dachfläche haben. Und umgekehrt mag es Leute geben, die gerne ihre Dachflächen für solche Anlagen zur Verfügung stellen wollen. Für diese Interessenten möchten wir einen Pool schaffen, in dem sie sich treffen können, um so mehr saubere Sonnenenergie einfangen zu können. Und auch hier gilt, dass der Kreis Vorbild wird und mit ihren eigenen geeigneten Dachflächen die Sonnenenergie nutzt. Wir schlagen daher die Gründung einer Solargenossenschaft Westmünsterland vor, die zunächst auf den Gebäuden des Kreises, später auch darüber hinaus Photovoltaikanlagen installiert und betreibt. An dieser Genossenschaft, die wir in Zusammenarbeit mit den lokalen Banken gründen möchten, sollen sich alle Bürgerinnen und Bürger beteiligen können.

Bündnis 90/Die Grünen sind auch weiterhin die politische Kraft, die sich für den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie einsetzen. Die von CDU und FDP gewollten Laufzeitverlängerungen alter AKWs und der in die Diskussion geworfene Neubau von Atommeilern wird von uns vehement abgelehnt. Die Grünen des Kreises Borken setzen sich auch weiterhin für die Schließung der Urananreicherungsanlage in Gronau ein und wenden sich im Verbund mit den Bürgerinitiativen gegen weitere Castortransporte nach Ahaus. Der unter der Rot-Grünen Bundesregierung beschlossene Atomausstieg muss unumstößlich bleiben.

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